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Rom-Marathon: Neuer Frauenweltrekord!! Drucken E-Mail
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Geschrieben von Roland Wegner   
Kerstin Metzler-Mennenga (Bild) aus Liechtenstein ist nun das Maß aller Dinge im Rückwärts-Marathon der Frauen. Bei ihrem Auftritt in Rom gewann sie mit neuem Weltrekord in fantastischen 4:42,39 Stunden. Bislang war Paula Meierer (Österreich) mit 6:05,42 Stunden die schnellste Frau über die 42,195 Kilometer.

Fabbiani und Metzler-Mennenga

Hier die Zwischenzeiten von Kerstin Metzler-Mennenga:

Km 5 - 00:28:47 - 00:28:47

Km 10 - 00:58:48 - 00:30:01

Km 15 - 01:30:40 - 00:31:52

Km 21.097 - 02:11:42 - 00:41:02

Km 25 - 02:37:51 - 00:26:09

Km 30 - 03:12:03 - 00:34:12

Km 35 - 03:47:29 - 00:35:26

Km 40 - 04:25:51 - 00:38:22

Finish Line - 04:42:39 - 00:16:48



Bei den Männern gewann der Italiener Nicola Fabbiani (links im Bild) mit 04:39:56 Stunden. Video: www.podisti.org



Kerstin Metzler-Mennenga ist in der Läuferszene seit Ende 2007 nicht mehr unumstritten.

Retrorunning.de stellt sich klar gegen Betrug im Sport, hält jedoch aus folgenden Gründen für wichtig, diesen Fall objektiv zu betrachten:



Was ist schlimmer: dopen, oder andere laufen lassen?



Der Fall der Liechtensteinischen Läuferin Kerstin Metzler-Mennenga wirbelte die nationale und internationale Sportwelt auf. Wie die Medien berichten, hat die Ausdauerläuferin ihre Marathonbestzeiten frisiert, indem sie bei Sportveranstaltungen (Berlin, Hamburg und Frankfurt) ihre Zeitmesschips anderen Läufern unterjubelte. Diese Vorgehensweise sollte ihr eine Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen 2008 sichern.



Ihr eigener Verband (LOSB) reagierte rasch und sperrte sie auf lebenslang für die Teilnahme an Europäischen Kleinstaatenspielen und Olympischen Spielen für Liechtenstein aus.



Gemessen an den Strafen für Dopingsünder (in der Regel eins bis zwei Jahre Wettkampfverbot) ein drastisches Vorgehen, was die Frage nach der Schwere der Tat nach sich zieht.



Unabhängig vom Tatbestand des Sportbetruges ist eines klar: die Methode des "Schattenläufers" hat ihre Grenzen. Damit kann man persönliche Bestleistungen etwas manipulieren und Nominierungsgremien täuschen. Auch andere potenzielle Konkurrenz aus dem eigenen Land kann damit um den Lohn deren Arbeit gebracht werden. Eine olympische Medaille wird dadurch aber nicht erreicht werden.



Die Felder bei Olympia und Weltmeisterschaften sind im Gegensatz zum Berlinmarathon (über 40.000 Teilnehmer) überschaubar, ein Betrug würde sofort auffallen. Mennenga hätte also höchstens einer Mitbewerberin aus Liechtenstein einen Startplatz weggenommen und ansonsten auf Kosten ihres Verbandes eine Woche in Peking verbracht und beim olympischen Marathon wohl im hinteren Feld mitlaufen können.



Ein unerkannter Dopingsünder dagegen betrügt mehr als nur einen Sportler. Er hintergeht die gesamte Konkurrenz und wird am Ende womöglich dadurch sogar noch mit dem größten aller Ziele, mit einer Medaille belohnt. Dass Antidopingsysteme nach wie vor nicht funktionieren, zeigte der jüngste Fall von Sprinterin Marion Jones (USA). Ihr gelangen 2000 mit unlauteren Mitteln insgesamt 5 Medaillen bei den olympischen Spielen in Sydney, ohne jemals positiv getestet worden zu sein. Erst ihr eigenes Doping-Geständnis führte zur Aufdeckung des Falles. Die nachrückenden Athleten bekommen zwar nachträglich die zurückgegebenen Jones-Medaillen, jedoch wurden sie um ein Vielfaches mehr beraubt: eines höheren Marktwertes und natürlich dem der Siegerin zuteil werdenden Ruhm und die Ehre unmittelbar nach geleisteter Arbeit, inklusive Siegerehrung mit Nationalhymne.



Nicht übersehen werden sollten Fabelweltrekorde, die von den Verbänden trotz Zweifel an derer "sauberen Erbringung" nach wie vor in den Rekordlisten den sauberen Athleten vor Augen gehalten werden. Wohl zur Motivation, weiterhin ihren Sport "sauber" zu betreiben...



Die lebenslange Strafe für Mennenga ist nach Meinung der retrorunning.de-Redaktion für die reuige Athletin daher zu hart. Eine Geldstrafe, Streichung von Fördermittel und die Nichtnominierung für Olympia 2008 als Sperre wären für die Studentin sicherlich Bestrafung genug gewesen, eine zweite Chance erhält schließlich jeder Dopinsünder! Fragwürdig ist dabei die Doppelmoral des Deutschen Leichtathletikverbandes: dort sind heute immer noch Trainer in Amt und Würden, die in der DDR für systematisches Doping verantwortlich waren. Mennenga wird jedoch auf der offiziellen Verbands-Webseite als "fragwürdige" Athletin bezeichnet, die für Ihre Tat als "eine der dreistesten Betrügerin der Marathonszene" bezeichnet wird.



Diese Ausführung ist lediglich als Begründung dafür zu sehen, weshalb der Rückwärtslauf-Weltrekord über die Marathonstrecke von Kerstin Metzler-Mennenga in den Rekordlisten auf retrorunning.de Berücksichtigung finden wird.
 
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