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Wagner (200m), Dold (1000m) und Godsey (3000m, 5000m) knacken Weltrekorde in Nußloch Drucken E-Mail
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Geschrieben von Roland Wegner   
Nußloch. Sie hielt, was sich die Verantwortlichen von dieser Veranstaltung versprochen hatten: Zum 25. Jubiläum des Max-Berk-Stadions hatte der ehemalige Nußlocher Franz Maier seine guten Verbindungen genutzt und einige der weltbesten Rückwärtsläufer in seine Heimatgemeinde gelockt. Und die drehten gestern nicht nur einfach zur Unterhaltung des Publikums ihre Runden auf der Laufbahn, sondern ließen im Stadion gleich mehrere Weltrekorde purzeln.


Gut 400 begeisterte Zuschauer bildeten mit Laola-Wellen eine stattliche Kulisse dieses Rekordsonntags, der nach dem Volkslauf der Sportgemeinde von Höhepunkten gespickt war.

Den Anfang machte Isabella Wagner aus Horgau. Die hübsche Retro-Sprinterin - im "wahren" Sportleben Siebenkämpferin - versuchte, ihren eigenen Weltrekord über 100 Meter, der derzeit bei (handgestoppten) 16,8 Sekunden steht, zu knacken. Was allerdings nicht ganz gelang. Die von den Regenfällen des Vormittags noch feuchte Laufbahn machte es der Sprinterin schwer, sie verfehlte die Bestzeit mit 18:16 Sekunden um über eine Sekunde.



Viel besser machte sie es jedoch wenig später auf der 200-Meter-Strecke. Nach 38,47 Sekunden knallten die Sektkorken: Der erste Weltrekord im Max-Berk-Stadion war geschafft! Bislang wurde der Rekord von Marjori Isaks aus Südafrika mit 43,5 Sekunden gehalten.

Anschließend versuchte sich auch der Augsburger Roland Wegner an der Bestzeit über diese Distanz, blieb in 33,67 Sekunden aber über seinem eigenen Rekord (32,38 Sekunden). Grund war ein Einbruch auf den letzten 40 Metern, den er eigenen Bekunden nach noch einem kleinen Trainingsrückstand zu verdanken hat.



Geradezu pulverisiert wurde im Anschluss die bisherige Bestmarke über 1000 Meter. Thomas Dold, Aushängeschild der Treppen- und Rückwärtsläuferszene aus dem Kinzigtal, machte seine Ankündigung wahr und verbesserte den eigenen Weltrekord um über zwölf Sekunden. Nach 3:20,09 Minuten blieb die Uhr stehen. Hinter ihm kamen Franz Wirth mit guten 3:55,74 Minuten (persönliche Bestleistung) und Franz Maier in 4:33,62 Minuten ins Ziel.



Einen Rekord musste Dold aber dann dennoch abgeben, und zwar an einen Amerikaner: Brian Godsey meldete über 5000 Meter, hatte aber einen heimlichen Plan. Er wollte mit der Durchgangszeit über 3000 Meter den bisherigen Weltrekord von Thomas Dold knacken. Mit Unterstützung einer vorwärtslaufenden Staffel und dem frenetisch anfeuerndem Publikum sollte dieses spannende Unterfangen tatsächlich gelingen. Die Uhren blieben zwar nicht stehen, aber die elektronische Zwischenzeit signalisierte fantastische 11:19,98 Minuten über 3000 Meter, new WR (bisher 11:25,85 Minuten)!!



Die Hatz für ihn ging aber auf den letzten zwei Kilometern weiter. Sieben Jahre hatte die bisherige Bestmarke (21:50,6 Minuten) seines Landsmannes Bud Badyna bestand. Doch den ungläubigen Zuschauern wurde eine noch weitaus bessere Endzeit geboten. Sage und schreibe 19:31,89 Minuten über 5000 Meter im Rückwärtsgang werden wohl so schnell nicht mehr geknackt werden können. Brian Godsey wurde durch seine Demonstration zum Publikumsliebling. Der US-Amerikaner kann im "wahren Läuferleben" über 5000 Meter auf eine Vorwärtszeit von 14:02 Minuten verweisen.

Nach den Läufen war für die Retrorunner noch lange nicht Schluss. Umringt von einer großen Kinderschaar wurden unter den nun hervorkommenden Sonnenstrahlen noch viele Autorgrammwünsche von den Bewegungskünstlern erfüllt.

Einige Zuschauer fragten im Anschluss die Sportler, wann diese Sportart denn olympisch werden wird und schlugen vor, Retrorunning anstatt z. B. den Gehwettbewerben ins Programm aufzunehmen.

Nußloch war ein toller Gastgeber und kann sich Hoffnungen machen, im nächsten Jahr die Deutschen Retrorunningmeisterschaften ausrichten zu dürfen. Die Veranstaltung war das Paradebeispiel dafür, wie man als kleiner Leichtathletikverein von einer neuen bzw. außergewöhnlichen Sportart profitieren kann. "Es sei lange her, dass so viele Zuschauer im Max-Berk-Stadion bei einer Sportveranstaltung zugegen waren", so der sichtlich zufriedene Werner Schneider, Mitglied des Vorstandes von der SG Nußloch, Abt. Leichtathletik.



Videos folgen alsbald.

Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg, Michael Walter / Redaktion retrorunning.de
 
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