| Retrorunning contra Knieschmerzen, Dominik Schreyer machts vor |
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| Geschrieben von Roland Wegner | |
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(Horgau/Germersheim).Zuerst waren da die Schmerzen im Knie. Die waren am Ende weg und ein Deutscher Meistertitel da. Dazwischen lagen einige verrückte Wochen, Experten würden es wettkampfspezifische Vorbereitung I 3 - I 1 nennen. Nicht im Vorwärtslaufen, nein, rückwärts macht man´s heute, will man sich was Gutes tun.
Die Rede ist von Dominik Schreyer, dem neuen Shootingsstar im Rückwärtslaufen. Der Ausdauersportler aus Germersheim benötigte vergangenes Wochenende in Horgau über 1000 Meter rückwärts nur 3:58 Minuten. Zum Vergleich: Beim Weltrekordler Thomas Dold stoppten vor 6 Jahren bei seinem ersten 1000-Meter-Rennen in Augsburg die Uhren neun Sekunden später. { Doch zurück zur Idee. Es war ein ganz gewöhnliches Vorhaben, nämlich das Deutsche Sportabzeichen abzulegen. Allerdings nahm sich die Sportlergruppe in Germersheim vor, alles "etwas anderst" und damit schwerer zu machen. Das bedeutete, mit dem schwächeren Arm die Kugel zu stoßen, mit dem "falschen" Fuß in die Sandgrube springen und....ja und eben den Sprint über 100m und die Ausdauerstrecke rückwärts zu laufen. Nach dieser neuen Erfahrung wurde am Abend gegoogelt. Der erste Treffer war Retrorunning.de und Dominik war erstaunt, dass es tatsächlich schon richtige Wettbewerbe in dieser Sportart gibt. Angesichts seiner Knieschmerzen war er im Vorwärtslaufen eh gehandicapt, so dass er sich in Ruhe mit dem schmerzfreien Rückwärtslaufen beschäftigen konnte. Ganze drei Wochen und viele Muskelkater später stand er dann mit seinen Trainingsfreunden Dirk Waßmann und John Pockler im 250 Kilometer entfernten Horgau am Start, "falsch" herum natürlich. Es galt, eine Wette und den Titel zu gewinnen. Die erlangte Zeit unter vier Minuten und die Erkenntnis, dass einem das Knie die ungewöhnliche Belastungsform mit Schmerzfreiheit dankt, überdeckte die kleine Enttäuschung, dass sich in Horgau dieses Mal nur sehr wenige Starter der Konkurrenz stellten. Fast 600 Kilometer nahm für den Wettkampf Familie Strothmann auf sich. Auch deren Fahrt hat sich aus sportlicher Sicht gelohnt, Antje Strothmann gewann über den Kilometer in flotten 4:31 Minuten. Ihr Mann Dirk holte sich den Altersklassentitel in 4:07 Minuten. In vier Wochen fungieren beide im Organisationsteam für die Deutsche Bahnmeisterschaft der Retrorunner, die im Rahmen eines Mehrkampfmeetings stattfindet und hoffentlich mehr Teilnehmer anlockt. |
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