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1. World-Championship of Retrorunning Drucken E-Mail
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Geschrieben von Roland Wegner   

Drei neue Weltrekorde bei WM-Premiere der Rückwärtsläufer

(Rotkreuz/Schweiz). Acht Monate nach Gründung der Vereinigung International-Retro-Runner (IRR) ging die erste Weltmeisterschaft in der Schweiz über die Bühne. Die Teilnehmer traten aus Österrreich, Schweiz, Deutschland, Lichtenstein und Taiwan an. Einige Rückwärtsläufer aus Finnland und Frankreich mussten wegen der Gotthard-Sperre ihren Start kurzfristig absagen. Vermisst wurde auch eine italienische Abordnung, die aber zur gleichen Zeit an einem traditionellen Bewerb in ihrem eigenen Land teilnahmen, (siehe www.retrorunning.com). Nichtsdestotrotz wurden bei dieser Premierenveranstaltung neue Leistungsmaßstäbe und viele Ausrufezeichen gesetzt.

100m-Entscheidungen:

Simone Kühn (Österreich) pulverisierte mit ihren 17,80 Sekunden den bisherigen 100 Meter-Weltrekord der Frauen. Die 25-jährige Sportstudentin kann über die gleiche Strecke vorwärts 12,20 Sekunden vorweisen. Silber ging hier an Claudia Wirth (Deutschland) mit 18,78 Sekunden. Spannender die Männerentscheidung über die gleiche Distanz. Hier setzte sich Roland Wegner (Deutschland) mit 15,32 Sekunden denkbar knapp vor Dominik Huber (Österreich) durch, der 15,74 Sekunden auf die Bahn zauberte. Bronze ging an den Deutschen Franz Wirth (16,52 Sekunden). Den weiblichen Jugendtitel sicherte sich die erst 13-jährige Isabella Wagner (Deutschland) mit hervorragenden 18,22 Sekunden. Ihr männlicher Pedant Andreas Blattmann (17,48 Sekunden) kam aus der Schweiz. Die jüngste Teilnehmerin (10 Jahre) heißt Silja Waser, stammt aus Taiwan und lief 29,88 Sekunden über die Königsstrecke.

400m-Entscheidungen:

Thomas Dold aus Deutschland (Stuttgart) wurde seiner Favoritenrolle gerecht und blieb mit 1:10,56 Minuten nur 1 Sekunde über seiner eigenen Rekordzeit. IRR-Vizemeister darf sich der Sportwissenschaftler Johannes Gosch aus Österreich nennen, der knapp 10 Sekunden mehr für die Stationrunde benötigte. Die Frauen hielten sich ebenfalls stark und kamen nach 1:40,50 Minuten (Claudia Treu, Deutschland) bwz. 1:41,24 Minuten (Simone Kühn, Österreich) ins Ziel. Abermals Isabella Wagner´s Leistung war in der Jugend herausragend. Mit 1:39,48 Minuten war sie schneller als ihre älteren Kolleginnen, bei denen aber die eigentliche Favoritin Claudia Wirth nicht an den Start ging.

3000m-Entscheidungen:

12:16,12 Minuten über siebeneinhalb Runden, und das rückwärts! Das kann nur Thomas Dold aus Steindorf. Wacker hielt sich da mit 14:45,30 Minuten noch Rinaldo Inäbnit (Schweiz), der OK-Präsident dieser WM. Bei den Frauen setzte sich Kerstin Mennenga (Lichtenstein) mit 16:29,16 Minuten vor Andrea Sprung (Österreich, 20:09,56 Minuten) durch.

4x100m-Staffeln:

Eigentlich hätte die Leichtathletikszene da schon früher drauf kommen können. Eine Staffelübergabe im Rückwärtsgang kann viel problemfreier erfolgen, weil man als Übernehmender im Gegensatz zur Vorwärtsstaffel das Holz visuell erfassen kann. Mit großer Freude bei dieser interessanten Wettkampfform gewannen hier die deutschen Staffeln 2 x Gold und unterboten jeweils die bisherigen Weltrekorde. Die Männer traten in der Besetzung Franz Meier, Franz Wirth, Roland Wegner und Thomas Dold an und benötigten nur 66,96 Sekunden. Die bisherige Marke war 3 Sekungen langsamer und wurde von einer südafrikanischen Staffel gehalten. Silber gewann Österreich vor Schweiz. Wohl nur eine Frage der Zeit, wann eine 4x100m-Staffel unter einer Minute bleibt.

Der Frauenrekord war bisher ebenfalls in südafrikanischer Hand (1:26,9 Min.). Deutschland wird seit dem vergangenen Wochenende hier neuer Maßstab sein. Mit 1:19,06 Minuten gewann die 4x100m-Frauen-Staffel in der Besetzung Claudia Treu, Gertrud Wagner, Isabella Wagner und Claudia Wirth den Weltmeistertitel ganz knapp vor Österreich (1:19,96 Minuten).

Bilder demnächst in der Galerie.
 
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