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Kerstin Mennenga aus Liechtenstein setzt neue Maßstäbe beim Halbmarathon Drucken E-Mail
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Geschrieben von Roland Wegner   
So unglaublich wie die Geschichte begonnen hat, so faszinierend hat sie vergangenen Samstag beim Oberland-Halbmarathon (Oberbayern) geendet. Lediglich zum Kraftaufbau gegen Achillessehnenbeschwerden sollte die unkonventionelle Sportart Retrorunning für Kerstin Mennenga dienen. Dass man damit gleich einen Weltmeistertitel (retrorunning.de berichtete) und nun auch noch einen neuen Weltrekord erobert, ist für für die Ausdauerspezialistin das Ultimatum schlechthin. Mit 2:15:38 Stunden über 21,1 Kilometer blieb sie über 30 Minuten unter der alten Weltbestmarke von der Österreicherin Paula Mairer.

„Nur wer Freude am Sport hat, wird auch Erfolge feiern können.“ –Die Worte von der Liechtensteinischen Rekordhalterin über 10.000 Meter (vorwärts) sprechen von Ihrem Erfolgsrezept. Mit einem vielleicht unkonventionellen, aber dennoch abwechslungsreichen Trainingskonzept stellt die 25-jährige Ausnahmeathletin so manchen Läufer vorwärts und nun auch rückwärts in den Schatten. „Sicherlich bin ich nicht das Paradebeispiel in Sachen Trainingsaufbau, aber ich habe nun gemerkt was meinem Körper sowohl in physischer als auch psychischer Hinsicht gut tut. Ich habe Spass an der Vielfältigkeit und dies ist meines Erachtens die Basis für ein erfolgreiches und verletzungsfreies Sporttreiben.“

Mit einem lockeren Start aus den hinteren Startreihen begann die verblüffende Aufholjagd von Mennenga und ihrer Betreuerin Carmen Loacker-Sklarski. Nicht schlecht staunten die Zuschauer und Läufer als Mennenga lockeren Schrittes Läufer um Läufer überholte und dabei immer für ein Lächeln und einen Smalltalk offen war. Der von Unterführungen, engen Bahnübergängen und schmalen Waldwegen gekennzeichnete Weg verlangte von Mennenga und ihrer Betreuerin höchste Konzentration. „Ich habe zum ersten Mal gemerkt, welche Arbeit unsere Augen leisten. Es war zum Teil sehr schwierig sich zwischen den Engen Pfosten hindurchzuschlingen und dabei nicht das Gleichgewicht und die Orientierung zu verlieren“ meinte eine zufriedene Kerstin Mennenga. Der förmliche Steigerunslauf beeindruckte auch ihre Begleiterin Carmen Loacker-Skarski. Mit einer im vorab aufgestellten Marschtabelle sollte jeder Kilometer kontrolliert werden können. „Schon nach den ersten drei Kilometern lagen wir vor unserer Zeitvorgabe. Kerstin lief in solch lockerer und konstanter Manier, dass ich sie anfangs erst etwas bremsen wollte. Doch als sie gegen Schluss immer noch weiter aufdrehte und sich immer fröhlich mit mir unterhalten konnte, habe ich gemerkt, dass wohl noch weitaus mehr drinnen gewesen wäre!“

Von den Zuschauern gefeiert, von der Presse bestaunt kamen Mennenga und Loacker-Sklarski nach 2 Stunden und 16min ins Ziel. Ganze 33min schneller als der bestehende Weltrekord! „Ich freue mich, diesen Weltrekord nach Liechtenstein geholt haben zu können und noch mehr freut es mich, dass ich mit diesem Rekordlauf nun einen kleinen Beitrag in Sachen Gesundheitsförderung liechtensteinischer Jugendlicher beitragen kann. Mit im voraus gesammelten Sponsoren konnte ich über 1800Fr. zusammentragen, die ich nun dem LTLV (Liechtensteiner Turn- und Leichtathletikverband) spenden möchte. Ich möchte an dieser Stelle allen danken, die mich in meinem Vorhaben unterstützt haben! Ein spezieller Dank geht auch an meine Physiotherapeutin Carmen Loacker-Sklarski, die mich in meinem „unkonventionellen“ Trainingsaufbau immer unterstützte und ohne deren Begleitung ich diese anspruchsvolle, hügelige Strecke niemals alleine durchlaufen hätte können. Auch meinem Ausrüster „Erima“ und dem ganzen Team von Schuh Risch möchte ich ein grosse Lob aussprechen: Sie haben mir gezeigt wie wichtig das richtige Schuhwerk und die Bekleidung ist, beraten und unterstützen mich grosszügig und vermitteln mir auf diese Art und weise ein unbeschreibliches Laufgefühl!“

Dass Sport nicht nur die Gesundheit erhalten und Spass machen, sondern auch für caritative Zwecke eingesetzt werden kann, haben Mennenga und Loacker-Sklarski mit ihrer Aktion nun gezeigt. Uns so wünscht man sich doch für die Zukunft, dass dieses gesundheitsbewusste Verhalten nur annähernd ein Teil der Bevölkerung erreicht, um dem aufkommenden Bewegungsmangel etwas entgegenwirken zu können.

Ergebnisse vom Halbmarathon: http://www.oberland-halbmarathon.de/
 
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